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Gültigkeit der Perspektive „Common Factors“

Gültigkeit der Perspektive „Common Factors“

Forschung und Praxis in der Psychotherapie wurden stark von zwei unterschiedlichen Ansätzen beeinflusst:

  1. das Empirisch unterstützte Behandlungen (ESTs) Bewegung, aufgrund der Entwicklung der Haltung der evidenzbasierten Medizin (EBM) im Bereich der psychischen Gesundheit, und
  2. das Common-Factors-Perspektive, und die Bedeutung gemeinsamer Faktoren bei der Erklärung des therapeutischen Prozesses.

Diese beiden unterschiedlichen Ansätze werden von Terence Tracey et al. (2003):

Eine Ansicht ist, dass jedes Therapiemodell unterschiedliche Auswirkungen auf die Klienten hat. Diese Annahme der Unterscheidungskraft führt natürlich zu der Schlussfolgerung, dass einige Modelle bei bestimmten Kundentypen effektiver sind als andere

Eine konkurrierende und vielleicht komplementäre Sichtweise ist, dass unterschiedliche theoretische Ansätze vergleichbar effektiv sind“ (S. 401).

ESTs können mit randomisierten kontrollierten klinischen Studien getestet werden (Herbert, 2003; Morrison, Bradley & Westen, 2003); es gibt jedoch eine Zunahme von Studien über die „Common Factors“-Perspektive, die die Vorstellung bestätigen, dass alle Therapien gleich wirksam sind – die sogenanntes „Dodo Bird Verdict“ (Luborsky et al., 2004; Luborsky & Singer, 1975).

Bei der Betrachtung der evidenzbasierten Medizin werden die ökonomischen Faktoren betont, und der aktuelle "Goldstandard" scheint KVT zu sein, nicht nur für Angststörungen (Otte, 2011), sondern für alles. Dennoch gibt es Defizite bei CBT und einige sagen, dass die Wirksamkeit künstlich aufgeblasen wurde.

Während ich den Standpunkt derer verstehen kann, die auf eine wissenschaftliche Überprüfung psychotherapeutischer Ansätze drängen, wie in Psychology.SE meta zu sehen ist, bin ich auch ein Verteidiger von Ansätzen, die als rein pseudowissenschaftlich und daher ungültig denunziert wurden.

Abgesehen von dem, was ich in meiner Antwort in Meta behandelt habe, und Sven Hanssons Überarbeitung seiner Definition von Pseudowissenschaft (Hansson, 1996), gibt es andere Argumente, für und Wider, jede Seite der Debatte?

Verweise

Hansson, S.O. (1996). Definition von Pseudowissenschaft und Wissenschaft in:Philosophie der Pseudowissenschaft: Das Abgrenzungsproblem neu überdenken Pigliucci & Boudry (Hrsg.) Chicago, IL: University of Chicago Press
In Google Bücher lesbar

Herbert, J.D. (2003). Wissenschaft und Praxis empirisch gestützter Behandlungsmethoden. Verhaltensänderung, 27(3), 412-430.
PMID: 12841591 DOI: 10.1177/0145445503027003008

Luborsky, L. et al. (2004). Das Dodo-Vogel-Urteil ist lebendig und wohlauf – meistens. Klinische Psychologie: Wissenschaft und Praxis, 9, 2-12(Kostenloses PDF).
DOI: 10.1093/clipsy.9.1.2

Luborsky, L. & Singer, B. (1975). Vergleichende Studien zu Psychotherapien. Stimmt es, dass "jeder gewonnen hat und alle Preise haben müssen"? Archiv der Allgemeinen Psychiatrie, 32(8), 995-1008.
DOI: 10.1001/archpsyc.1975.01760260059004

Morrison, K. H., Bradley, R. & Westen, D. (2003). Die externe Validität kontrollierter klinischer Studien zur Psychotherapie bei Depressionen und Angstzuständen: eine naturalistische Studie. Psychologie und Psychotherapie: Theorie, Forschung und Praxis, 76 (Teil 2), 109-132.
PMID: 12855059 DOI: 10.1348/147608303765951168

Otte, C. (2011). Kognitive Verhaltenstherapie bei Angststörungen: aktueller Stand der Evidenz. Dialoge in der klinischen Neurowissenschaft 13(4), 413-421.
PMCID: PMC3263389 Kostenloses PDF: ResearchGate & Archive.org

Tracey, T. J. G., Lichtenberg, J. W., Goodyear, R. K., Claiborn, C. D. & Wampold, B. E. (2003). Konzeptkartierung von therapeutischen gemeinsamen Faktoren. Psychotherapieforschung, 13(4), 401-413.
DOI: 10.1093/ptr/kpg041


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